Fastenpilgern  2017

 

1. Etappe (05.03.2017) - von Kleve bis Kalka (17 km)

 

„Auf Jakobswegen über Brücken gehen und an Brücken bauen“ so lautet das diesjährige Motto, dass uns an jedem Sonntag in der Fastenzeit früh aus dem Bett holt. Als der Wecker an diesem Morgen klingelt, erscheint der Gedanke unwirklich, sich bei diesem Regen, der gegen die Fenster prasselt so früh auf den Weg zu machen. Aber es ist trocken als wir kurz vor 7 Uhr am Busbahnhof eintreffen und mit großem Hallo und herzlichen Begrüßungen die zum Teil aus den Vorjahren bekannten Mitwanderer treffen.

Mehr als 100 Teilnehmer versammeln sich in der Stiftskirche St. Mariä Himmelfahrt von Kleve, um eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen, die mit einem 17 km langen Pilgerwanderung nach Kalkar und spirituellen Impulsen gefüllt wird.

Der Weg führt uns zunächst an dem Flüsschen Kermisdahl entlang, das wir über die erste Brücke der heutigen Tour in Richtung Bedburg-Hau überqueren. Wir gehen auf dem Prinz-Moritz-Weg und gelangen zum Prinz-Moritz-Grabmal in Bergendahl (1647  kam    Prinz  Johann  Moritz  von  Nassau-Siegen nach  Kleve. Der geniale Garten-  und  Landschaftsgestalter, ließ  Alleen, Parks und  Gärten  anlegen. Kleve wurde durch ihn ein Ort der Künste und der Kultur.).

Zur Mittagspause finden wir uns im Gemeindesaal in Qualburg ein. Guter Geister erwarten uns dort mit frisch gekochtem Kaffee. Wohl gestärkt wandern wir weiter auf dem Voltaire-Weg, der uns zum Schloss Moyland führt. Entgegen aller Wetterprognosen scheint die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel und so können wir unterwegs auf Parkbänken noch eine kleine Pause einlegen. Wandernd begegnen    wir Natur und Kunst, Landschaft und Geschichte – einfach herrlich.

Als wir das Etappenziel, die St. Nicolai Kirche in Kalka schon fast erreicht haben, beginnt es zu regnen, kaum der Rede wert; die letzten drei-, vierhundert Meter bis zum Bus werden wir nicht wirklich nass. Die erste Etappe war wieder ein besonderen Erlebnis und ein guter Start in die Fastenzeit.

Barbara

 

 

2. Etappe (12.03.2017) - von Kalkar bis Xanten (18 km)

 

Die heutige Etappe starten wir in Kalkar mit einem Gottesdienst in der St. Nicolai Kirche, die u.a. bekannt ist für ihre neun geschnitzten Retabel, ihre Kirchenfenster und ihr Chorgestühl. Wahrscheinlich wurde der Bau schon 1230 begonnen und um 1420 fertiggestellt.

Bei schönstem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen machen wir uns auf den Weg in die alte Römerstadt Xanten. Die flache, knapp 18 km lange Etappe führt uns am Leybach entlang über den Oyweg weiter bis nach Marienbaum. Der etwa 8 Kilometer nördlich von Xanten liegende Wallfahrtsort gehört zu den bedeutenden Pilgerorten am nördlichen Niederrhein. Nach einer mittäglichen Stärkung im Gemeindehaus gehen wir auf dem Alleenradweg - auf der alten Bahnstrecke – mitten durch die wunderschöne niederrheinische Landschaft. Etwa 80 Mitwanderer genießen die Natur, die langsam aus dem Winterschlaf erwacht. Wir lassen uns von den schon etwas wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnen.

Bei dem herrlichen Wetter sind wir nicht alleine unterwegs und so kommen uns immer wieder auf dem letzten Stück der heutigen Etappe Radfahrer entgegen.

In Xanten kommen wir an der Rückseite des Neuen Museums im Archäologischen Park Xanten vorbei. Das preisgekrönte Gebäude zeigt die ereignisreiche römische Geschichte Xantens. Gegen 15.30 Uhr erreichen wir ganz entspannt den Dom von Xanten; dort gibt es noch einen Stempel für den Pilgerpass und dann fahren wir mit dem Bus zurück nach Essen.

Wir freuen uns auf die nächste Etappe.

Barbara

 

3. Etappe (19.03.2017) - von Xanten bis Rheinberg (20 km)

 

5.:00 Uhr morgens.... es ist noch dunkel   ..... und..... es regnet.......ca. 20 km zu Fuß.... von  Xanten  nach Rheinberg... so eine schlechte Idee....aber der Platz in dem Bus, der die aufrechten und unerschrockenen Pilger auf Jakobus Spuren von Essen nach Xanten bringen wird ist bereits reserviert. Also was bleibt mir anderes übrig; flugs die Utensilien in den Rucksack, besonders wichtig die Regenhose und das Regencape, aber auch Wasser und etwas Essbares müssen dabei sein und los geht es.

Im Bus herrscht gute Stimmung, viele bekannte Gesichter, alle gehen davon aus, dass der Regen nach dem  Auftakt im Xantener Dom aufhören wird. Und richtig: nach der stimmungsvollen Messe im Xantener Dom, die Pastor Belker vorbereitet hat und mit uns Pilgern feiert, versammeln sich alle Wanderer zum obligatorischen Startfoto unter grauen Wolken, aber ohne Regen!

Es geht durch regennasse, menschenleere  Straßen Xantens in Richtung Alpen, wo im Pfarrheim von St. Ulrich die Mittagspause stattfindet.  Diese Etappe besteht hauptsächlich aus Asphaltwegen, die durch die flache, aber reizvolle Landschaft führen, vorbei an einigen beeindruckenden Herrenhäusern, alten Kirchen und Gehöften. Die Pferde, deren Koppeln wir passieren, geraten angesichts des langen Pilgerzuges mit ca. 90 Teilnehmern sichtlich in Aufregung.

Für die ersten zehn Kilometer hat sich heute eine Redakteurin der WAZ der Pilgergruppe angeschlossen und streckenweise auch ein Pressefotograf, um das Ereignis für die Leser der Wochenendausgabe der WAZ festzuhalten.

Es bilden sich zufällige Weggemeinschaften, die einen sprechen miteinander, die anderen gehen schweigend nebeneinander oder auch ganz allein, wie es der Einzelne wünscht und braucht, auch vorher fremde Menschen kommen hier zwanglos ins Gespräch, wenn ihnen danach ist.

In Alpen stehen schon die Kaffeetassen auf dem Tisch und alle packen ihre Verpflegung aus und genießen den heißen Kaffee. Nach einem kurzen Impuls in der Kirche und dem Stempeln der Pilgerpässe geht es weiter. Der zweite Teil der Etappe nach Rheinberg beginnt tatsächlich im Nieselregen, der aber bald nachlässt.

Jetzt wird die Route uriger: es geht durch lichte Wälder. Dann und wann schaut die Sonne durch die dichten Wolken. Man kann hier und da sogar Fetzen blauen Himmels erkennen. In St Anna in Rheinberg werden wir freundlich vom Pastoralreferrenten begrüßt. Alle nehmen dankbar auf  den gepolsterten Kirchenbänken Platz. Nach dem Abschlussimpuls, in dem es um das diesjährige Hungertuch von Misereor geht, steigen wir in die wartenden Busse und gelangen bequem wieder nach Essen, mit müden Beinen, aber gut gelaunt und hochzufrieden mit dem Wetter, das so viel besser war als erwartet.

Angela

 

Fastenpilgern  2017

6. Etappe (09.04.2017) - von Mülheim bis Essen (14 km)

 

Heute zur Abschlussetappe des Fastenpilgerns 2017 verspricht das Wetter trocken und sogar frühlingshaft zu werden. So fällt es uns auch leicht, am Sonntagmorgen früh aus dem Bett zu krabbeln, die Wanderhose anzuziehen und die Verpflegung für den Tag einzupacken.

Das Vorbereitungsteam des diesjährigen Fastenpilgerns staunt nicht schlecht, als zum obligatorischen Startfoto insgesamt 147 Teilnehmer (und zwei Dackel!) nach Mülheim auf die Friedenstreppe strömen. Es ist bisher die größte Gruppe, die jemals beim Fastenpilgern teilgenommen hat.

Die rd. 14 km lange Etappe führt vom Bahnhof Mülheim über den Radschnellweg nach Essen-Altendorf, wo wir am Eisenbahntunnel Nöggerathstraße halt machen. Im Zweiten Weltkrieg diente dieser Tunnel als Unterkunft für 170 Kriegsgefangene und ist inzwischen vom Grafiti-Künstler Pascal Maßbaum zum farbenprächtigen Kunstwerk “Aqualand” umgestaltet worden.

Inzwischen haben wir die Jacken ausgezogen, die Hosen „abgezippt“ und die Kappe oder Mütze zum Sonnenschutz aufgesetzt. Am Wegesrand blüht und grünt es prächtig und wunderbar, der Frühling ist da!  

Am Altendorfer Friedenskreuz halten wir erneut inne und hören interessiert von Hubert etwas über die Geschichte des historischen Wegekreuzes. Nach einer ausgiebigen Rast an der A09-Tennisanlage Ecke Nöggerath-/Herbrüggenstraße gehen wir weiter durch Schönnebeck und den Borbecker Schlosspark zur Kirche St. Dionysius, wo Pastor Gerd Belker mit den Teilnehmern den Abschlussgottesdienst feiert.

Bei dem sonnigen und frühlingshaften Wetter zieht es uns nach dem Gottesdienst in den Biergarten der Borbecker Dampfbierbrauerei. Dort lassen wir bei einem köstlichen Kaltgetränk und kulinarischen Leckereien den Tag angenehm ausklingen.

Wir freuen uns auf das nächste Jahr; auf einen schönen Weg und vor allem auf die Menschen, die mit uns gemeinsam gehen.