Haldenwanderung Hoheward

Im Juli führte uns unsere Wanderung zur Halde Hoheward in Herten.

15 wanderlustige Personen fanden sich ein und umrundeten zunächst den Ewaldsee, der sich in einem schattigen Wald befindet. Er entstand durch Arbeiten an der nahegelegenen A2 und wurde anschließend als Kühlwasser-Reservoir der Zeche Ewald genutzt. Anschließend war der Aufstieg auf die benachbarte Halde Hoppenbruch geplant. Diese ist jedoch zurzeit gesperrt, da dort ein neues Windrad aufgebaut wird. Das alte Windrad stand seit 1997 dort und wird nun durch ein leistungsfähigeres ersetzt, welches 1.900 Haushalte mit Strom versorgen kann.

Wir stiegen also direkt zur gegenüberliegenden Halde Hoheward auf, die sich bis auf 152m Höhe erhebt. Sie entstand aus Schüttungen der Zeche Recklinghausen II, der Zeche Ewald und der Zeche General Blumenthal/Haard. Über einen serpentinmäßig angelegten Weg erklommen wir das nördliche Gipfelplateau und genossen die Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Auf dem Plateau wurde in 2008 das Horizontobservatorium errichtet. Das Bauwerk besteht aus einer kreisrunden, ebenen Fläche von 88 m Durchmesser und zwei Bögen mit einem Radius von ca. 45 m, die sich über den Platz spannen. Es soll eine moderne Version prähistorischer Steinkreise und Bauwerke wie Stonehenge darstellen. Mit Hilfe einiger Peilmarken können der Auf- und Untergang der Sonne zu wichtigen Kalendertagen wie Sommersonnenwende oder Wintersonnenwende beobachtet werden. Schon kurz nach der Eröffnung der Anlage am 20. Dezember 2008 wurden Risse im Äquatorbogen festgestellt; am 6. Januar 2009 wurde die Anlage aus Sicherheitsgründen gesperrt und der Bogen wurde provisorisch durch zwei zusätzliche Pfeiler gestützt. Seither gibt es Streit um das Verschulden und die Beseitigung des Mangels. Wann das Horizontobservatorium wieder zugänglich sein wird, ist nicht absehbar.

Es gibt auf dem südlichen Gipfelplateau noch die Horizontalsonnenuhr. Als Zeiger dient ein 8,50 m hoher Edelstahl-Obelisk, der seinen Schatten auf die kreisrunde Fläche mit einem Durchmesser von 62 m wirft. Die Uhrzeit und das Datum können dort abgelesen werden.

Vom Horizontobservatorium stiegen wir über eine Treppenkonstruktion mit 529 Stufen die etwa 100 Höhenmeter zum Fuß der Halde ab. Dort kehrten wir in ein Restaurant ein, dessen Besitzerin uns sehr freundlich empfing und uns sogleich ihr Tagesgericht anpries. Nach dem Hinweis, dass fast alle Speisen selbst gemacht wären, bestellten wir gerne diverse Gerichte. Als der Wunsch nach Kuchen als Dessert aufkam, brachte die Wirtin kurzerhand eine Kostprobe ihrer Backkunst. Alle waren begeistert von den hausgemachten Speisen und der Herzlichkeit der Wirtin.

Nach einem kurzen Anstieg erreichten wir die Balkonpromenade, die sich um die gesamte Halde zieht und uns in einem Bogen auf halber Haldenhöhe zurück zu unserem Parkplatz führte.

Bei bedecktem Himmel war die Aussicht zwar etwas eingeschränkt, jedoch waren wir froh, nicht praller Sonne ausgesetzt zu sein, nicht vom Winde verweht zu werden und weder schwitzen noch frieren zu müssen. Der Tag war also genau richtig für eine Haldenwanderung.

 

Birgit