Fastenpilgern  2015

1. Etappe (22.02.2015)

 

Paderborn – Störmede (22 km)

In diesem Jahr führt uns die Pilgertour von Paderborn bis nach Essen. Früh um 7 Uhr starten wir mit einem Bus vom Essener Hauptbahnhof. In der Paderborner Dom-Krypta beginnen wir mit mehr als 80 Pilger die Pilgertour mit einem Gottesdienst, den Pastor Gerd Belker feiert und dabei das Thema der diesjährigen Aktion erläutert: „Wir gehen in den kommenden Wochen ›Auf den Spuren von Frieden und Versöhnung‹ – ein ganz aktuelles Thema, wie man beispielsweise an der Situation in der Ukraine sehen kann.“

Nach dem Gottesdienst fahren wir mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt vor den Stadttoren von Paderborn. Gegen 10.40 Uhr geht es bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen los. Vorbei an abgeernteten Maisfeldern, die in erster Linie zur Biogas-Herstellung genutzt werden, wandern wir zunächst bis Salzkotten. Nach einer Pause zur Stärkung geht es weiter bis Geseke. Inzwischen blinzelt die Sonne vom Himmel und scheint über die flache Landschaft, die uns einen weiten Blick über die Ebene bietet. Neben den Texten und Impulsen begleiten uns anregende Gespräche oder auch meditatives Schweigen auf dem Weg, der nach 22 Kilometer uns zum heutigen Etappenziel Störmede führt. Gegen 17 Uhr fährt uns der Bus wieder zurück nach Essen; wir freuen uns auf den nächsten Sonntag.

 

Michael

 

 

Fastenpilgern  2015

2. Etappe (01.03.2015)

Störmede – Bad Sassendorf (22 km)

Mit bangem Blick schauen wir am Sonntagmorgen immer wieder zum Himmel: Dicke Wolken ballen sich dort zusammen und drohen mit sintflutartigem Regen, der auch von den Meteorologen vorhergesagt ist.  Früh um 7 Uhr versammeln sich gut 50 Pilger zwischen 20 und 80 Jahren wieder am Busbahnhof in Essen; wir fahren bis zum Startpunkt der heutigen Etappe, der fortführende Weg „auf den Spuren von Versöhnung und Frieden“.  Die Strecke von Störmede bis Bad Sassendorf führt uns in das Örtchen Langeneicke, wo wir von Erzieherinnen, Eltern und Kindern der Kindertagesstätte St. Barbara mit selbstgebackenem Kuchen und heißem Kaffee empfangen werden. Die Kita ist selbst Stempelstelle für die Pässe der Jakobspilger. Bevor wir weiterwandern bekommen wir von den Kindern selbstgestaltete Muscheln; eine herzliche Geste des Friedens. Weiter geht es über Bökenförde bis Bad Westernkotten, wo wir uns mit einer warmen Linsensuppe stärken können. Auf dem Weg von Erwitte über Völlinghausen fegt uns ein heftiger Wind entgegen; wieder schauen wir zum Himmel.  „Fast ist es wie beim biblischen Gang der Israeliten durch das Rote Meer“, lacht Christel und deutet auf tiefschwarze Wolkenberge, aus denen es rechts und links unseres Weges heftig regnet. Wir selbst aber gehen trockenen Fußes dazwischen her und bleiben bis auf einen kleinen Schauer kurz vor dem Zielort unbehelligt.

Barbara

Fastenpilgern  2015

3. Etappe (08.03.2015)

Bad Sassendorf – Werl (23 km)

An diesem Sonntag starten wir mit einem Gottesdienst in Bad Sassendorf, wo – passend zur frühen Stunde – Edvard Griegs „Morgenstimmung“ von der Orgel erklingt.

Bei herrlichem Sonnenschein legen wir mit knapp 60 Fastenpilgern aus dem Ruhrbistum die dritte Etappe auf dem Weg von Paderborn nach Essen zurück. Das Fastenpilgern, das der Essener Sportverein DJK Altendorf 09 seit vier Jahren zusammen mit der St.-Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf durchführt, steht in diesem Jahr unter dem Motto: „auf den Spuren von Versöhnung und Frieden“.

Von Bad Sassendorf wandern wir durch Soest, ein im Mittelalter zu den bedeutendsten Hansestädten Europas zählender Ort.  Hier gehen wir in die Wiesenkirche, deren Bau am Anfang des 14. Jahrhunderts begonnen wurde und ein Kleinod gotischer Baukunst ist. Eines der bekanntesten Merkmale ist das Kirchenfenster "Westfälisches Abendmahl". Statt Wein und Brot werden Bier und Schinken aufgetischt. Weiter geht es über Osttönnen, wo wir eine Picknick Pause einlegen und von dort stapfen wir über Westtönnen bis nach Werl. Auf dem Weg haben wir Gelegenheit, in den entstehenden Lücken der langen Pilgerreihe, den eigenen Gedanken nach zu hängen oder sich an den Gesprächen zu beteiligen. Wir genießen die weite Landschaft und das herrliche Wetter bei sehr guter Stimmung – trotz langer 23 Kilometer entlang teils abgeernteter, teils frisch eingesäter Äcker.

Den krönenden Abschluss bildet ein Geistliches Konzert in der Wallfahrtskirche von Werl mit herrlichem Schola-Gesang.

 

Barbara

 

Fastenpilgern  2015

6. Etappe (22.03.2015)

Dortmund – Bochum (23 km)

 

Bei trockenem Pilgerwetter fuhren wir am frühen Sonntagmorgen mit dem Zug zu unserem Treffpunkt in die Propsteigemeinde St. Johannes Baptist in Dortmund-Mitte. In der Kirche feierten wir mit Pastor Belker den Gottesdienst. Anschließend stand eine kilometerreiche Etappe auf dem Programm. Der 23 km lange Weg führte uns von der Propsteikirche aus durch die Dortmunder Innenstadt bis zur Kirche St. Peter und Paul in die Bochumer City. Die ländliche Idylle der Soester Börde hatten wir hinter uns gelassen, wir waren im Ruhrpott angekommen. Vorbei an Industriekulturen und innerstädtischen Baustellen, über leere Einkaufsparkplätze sowie schön angelegten Kleingärten pilgerten wir immer in Richtung Bochum. Unsere über 50 Personen zählende Gruppe wurde von einigen uns entgegenkommenden Menschen mal skeptisch oder auch belustigt angeschaut. Zur Mittagszeit wurden wir freundlich in der Gemeinde St. Magdalena in Lütgendortmund erwartet.. Bei einer Tasse heißen Kaffee konnten wir uns ein wenig ausruhen. Gestärkt und mit dem Mittagsimpuls in der Kirche St. Magdalena versehen, machten wir uns nun wieder auf den Weg. Durch die Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen in der Gruppe verflog die Zeit im Nu. Nach fünf Stunden erreichten wir die Kirche St. Peter und Paul in Bochum.

 

Christel&Rudi

 

 

Fastenpilgern  2015

7. Etappe (29.03.2015)

Wattenscheid-Höntrop bis Essen (13 km)

 

Trotz Zeitumstellung (die Nacht war eine Stunde kürzer) und regnerischer Wettervorhersage trafen wir uns mit rund 70 Pilgern zur Schlussetappe des diesjährigen Fastenpilgerns.  Bei strömendem Regen stapften wir am Wattenscheider Hellweg los, entlang über Freisenbruch nach Steele. Bei der letzten Rast im Seniorenstift St. Laurentius in Essen-Steele wurden wir sehr herzlich mit Getränken, Schnittchen, Frikadellen und Kuchen willkommen geheißen und für uns überraschenderweise umfänglich versorgt. Nach der trockenen Pause ging es weiter an der S-Bahn Strecke entlang, über eine Brücke über die A40 in Richtung Essener Innenstadt. Völlig durchnässt und triefend kamen wir -nach der letzten Teiletappe des Weges von Paderborn in die Ruhrmetropole - in der Essener Münsterkirche an. Hier erwartete Pastor Gerd Belker uns Pilger, um mit uns am Palmsonntag die Abschlussmesse der diesjährigen Fastenpilger-Aktion zu feiern. In der gut gefüllten Münsterkirche warf er noch einmal einen Blick zurück auf die inhaltlichen Schwerpunkte des Pilgergangs, der in diesem Jahr unter dem Motto „Auf den Spuren von Versöhnung und Frieden“ stand. Dabei war auch der Frieden im eigenen Leben, in den Familien und Freundeskreisen, am Arbeitsplatz und in den Vereinen, in denen sich die Pilger engagieren, ein wichtiges Thema gewesen sowie der notwendige Dialog zwischen den Religionen und welchen Beitrag sie zur Versöhnung und zum Frieden zu leisten haben.

In der Hoffnung  auf eine Fortsetzung des Fastenpilgerns im kommenden Jahr nahmen wir Abschied bis zum Wiedersehen.   

 

Michael

 

Fastenpilgern 2015.pdf
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