Fastenpilgern 2014

1. Etappe (09.03.2014)

Essen – Werden bis Neviges (18 km)

Der blaue Himmel und die frühlingshaften Temperaturen lassen schon fast österliche Gefühle aufkommen, obwohl der Kalender erst den Beginn der Fastenzeit anzeigt. So starten wir an diesem Wochenende zum diesjährigen Fastenpilgern, das nun schon zum dritten Mal vom DJK Altendorf 09 organisiert wird. Am Sonntag (09.03.2014) machen sich 99 Pilgerinnen und ein Hund nach dem Gottesdienst gegen 9.30 Uhr auf den Weg von der Werdener Ludgeruskirche in Richtung Neviges. Zunächst steigen wir den Werdener Pastoratsweg hinauf, gehen am Loch 13 des Golfplatzes in Heidhausen entlang und wandern weiter auf dem „Bergischen Weg“. Die Strecke hat es teilweise ganz schön in sich, müssen doch die Ruhrhöhen und die ersten Ausläufer des Bergischen Landes überwunden werden. Doch für die Mühen der steilen Anstiege und Gefällestrecken werden wir mit herrlichen Panoramablicken und riesigen Blumenfeldern mit Krokussen und Schneeglöckchen belohnt. Am Landhaus Stolberg in Velbert machen wir gegen Mittag eine Rast. Der Wirt hat uns dankenswerter Weise erlaubt, auf seiner Terrasse Pause zu machen und uns mit eigenem mitgebrachtem Proviant zu stärken. Neben den warmen Sonnenstrahlen und einer langsam erwachenden Natur begleiten uns anregende Gespräche oder auch meditatives Schweigen auf dem durchaus anstrengenden Weg. Gegen 15.15 Uhr erreichen wir nach viereinhalb Stunden reiner Gehzeit und rd. 18 Kilometern den Mariendom in Neviges. Nach einer kurzen Verschnaufpause in der Kirche und einer köstlichen bergischen Kaffeetafel geht es mit der S-Bahn oder dem Bus wieder Richtung Essen nach Hause.

 

Astrid

 

 

 

Fastenpilgern 2014

2. Etappe (16.03.2014)

 

Neviges bis Nieder-Sprockhövel (18 km)

 

Es ist schon fast Tradition, dass einige „Gut-drauf Wanderer“ an einzelnen Etappen der Fastenpilgertouren teilnehmen. Dieses zweite Teilstück auf dem Weg von Essen-Werden zum Altenberger Dom wurde uns von Gregor Meder, der diese Etappe vorbereitet hatte, als besonders anspruchsvoll angedroht. Da der Weg quer zur Gebirgsfaltung von Neviges nach Nieder-Sprockhövel führte, waren viele Steigungen auf der 18 km langen Route zu bewältigen. Trotzdem kamen alle 60 Pilger und drei Hunde nach 6 Stunden einschließlich Pausen gut am Ziel an.

Nach dem Gebetsimpuls, der im Schatten des Mariendoms in Velbert-Neviges von Hubert Röser gehalten wurde und der von Gerd Belker, dem geistlichen Beirat der DJK Altendorf 09, vorbereitet worden war, wurde gleich die erste Steigung in Angriff genommen. So kamen wir bald ins Schwitzen und die kühlen Temperaturen waren angenehm. Unser Weg auf dem Neanderland Steig führte uns zur Windrather Kapelle, wo wir zum ersten Mal rasteten. In dem kleinen Gotteshaus war es warm und eine Toilette stand auch zur Verfügung. Beim Verzehr des mitgebrachten Proviants unter freiem Himmel jedoch pfiff uns der Wind kühl und unangenehm um die Köpfe. Doch schon folgte der nächste Anstieg und die „Betriebstemperatur“ war wieder erreicht. Bei der folgenden Rast am Berger Hof suchten wir uns einen windgeschützten Platz und genossen Kaffee und Kuchen oder die letzten mitgebrachten Brote.Wir hatten wieder viele gute Gespräche und auch besinnliche Momente. Das schöne Panorama ringsum wirkte positiv auf uns, wenn sich auch die Sonne versteckt hielt. Am Ende empfanden wir die schwierige Strecke als gar nicht so schlimm und die müden Glieder schmerzen schon weniger als nach der ersten Etappe.

Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis mit so einer großen Gruppe zu wandern.

Birgit

Fastenpilgern 2014

3. Etappe (23.03.2014)

Niedersprockhövel – Ennepetal (23,5 km)

 

Fahrradtrasse macht das Fastenpilgern leichter

Halbzeit! Mit der dritten Etappe haben die Fastenpilger, die in diesem Jahr die Strecke von Essen nach Altenberg im Bergischen Land unter die Füße nehmen, die Hälfte des Weges geschafft. 62 Pilger machten sich bei bestem Wanderwetter auf die 23,5 Kilometer lange Strecke von Niedersprockhövel nach Ennepetal, wieder wechselten meditative Impulse und sportliche Betätigung einander ab: eine spannende Kombination, die herausragendes Kenzeichen des Fastenpilgerns ist.

Nach den Strapazen der letzten beiden Etappen, die wegen der vielen Steigungen und Gefällestrecken, den Pilgern körperlich einiges abverlangt hatten, war diese Teilstrecke fast erholsam: Auf der Radtrasse „Von Ruhr zu Ruhr“, die ähnlich wie die Trassen der Rheinischen Bahn in Borbeck und Altendorf maximal drei Prozent Steigung hat, ging es über 13 Kilometer bis nach Gevelsberg. Dort stießen die Pilger auf ein großes Straßenschild, dass die Entfernung zum Wallfahrtsort Santiago de Compestela mit 2645 km angab – ein Ziel, das manche aus der Gruppe schon einmal erreicht hatten, andere sich für die nächsten Jahre fest vorgenommen haben.

Aktuelle Geschehnisse rund im Kirche und Welt bestimmten die Gespräche auf dem Weg. Dabei spielten die Ereignisse um den Limburger Bischof Tebartz van Elst ebenso eine Rolle wie die Hoffnungen, die die meisten Pilger mit Papst Franziskus verbinden, der vor einem Jahr gewählt worden ist.

 

 

Fastenpilgern 2014

4. Etappe (30.03.2014)

Ennepetal – Wuppertal/Oelde ca.(20 km)

 

Pilgern mit Verspätung

Auch ein Oberleitungsschaden bei der Deutschen Bundesbahn konnte die Fastenpilger aus dem Großraum Borbeck bei der vierten Etappe nicht aufhalten: Sehr zur Freude der Taxi-Innung in Hagen machte sich der Trupp vom dortigen Hauptbahnhof mit den cremefarbenen Wagen auf den Weg nach Ennepetal, wo die Etappe Richtung Wuppertal-Oberbarmen mit rund einstündiger Verspätung begann.

Die Ankündigung (oder doch eher Drohung?) von Etappen-Leiterin Barbara Hascher, dass die Verzögerung bis zum Mittag aufgeholt werde, erwies sich dabei zum Glück als nicht ganz ernst gemeinte Äußerung. Hascher, die zur Düsseldorfer St.-Jakobus-Bruderschaft gehört, hatte eine Strecke gewählt, die mit landschaftlichen Schönheiten nicht geizte und die Pilger immer für die Mühen der steilen Auf- und Abstiege entschädigte.

Mittagsrast und der von Pastor Gerd Belker vorbereitete ökumenische Impuls wurden am Kloster Beyenburg gehalten, das im Mittelalter für seinen Kranken- und Armenpflege sowie für die Betreuung der Pilger nach Santiago de Compostela bekannt war.

Die Gespräche am Wege drehten sich bei fast sommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein vor allem um eigene Pilgererfahrungen – sei es auf dem Jakobs- oder Olavsweg oder der Strecke von Assisi nach Rom, die einige Pilger schon einmal gegangen sind. Besonders die oftmals kurzen Begegnungen mit den Menschen vor Ort, die Hilfe anboten oder Obdach gaben, sind dabei unvergesslich geblieben und haben das eigene Leben bereichert, wie man gemeinschaftlich feststellte.

 

 

Fastenpilgern 2014

5. Etappe (06.04.2014)

Wuppertal - Beyenburg bis Wermelskirchen (20 km)
 

 

Auch an diesem Sonntag heißt es wieder früh aufstehen, denn um 9 Uhr beginnen wir die vorletzte Etappe mit einem Gottesdienst im Kloster Beyenburg. Von dort geht es für die 55-köpfige Gruppe (dieses Mal leider ohne Hund!)an einer Fischtreppe vorbei zum Beyenburger Stausee. Die aufgestaute Wupper dient unter anderem als Hochwasserregulierung und ist eine der kleinsten Talsperren im Bergischen Land. Von hier haben wir einen herrlichen Blick über den Stausee und auf das historische Beyenburg. Der Jakobsweg führt uns weiter über Felder, Hügel und durch kleine Ortschaften bis wir schließlich die Pilgerstation Remscheid-Lennep erreichen.

 

Die historische Altstadt von Lennep mit seinen bergischen Fachwerkhäusern, ist eine der ältesten Städte im Bergischen Land. Mit der evangelischen Stadtkirche (14. Jh.), die vor der Reformation katholisch war und mit einem geweihten Jakobusaltar versehen war, ist Lennep für Jakobspilger eine feste Station geworden. Lennep war im Mittelalter eine Tuchmacherstadt und lag an einer alten Handelsstraße. Ein weltbekannter Bürger der Stadt war der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen, der Entdecker der Röntgenstrahlen. Vorbei am Röntgenmuseum begeben wir uns in das evangelische Gemeindehaus; dort machen wir Rast und gönnen uns eine Pause zur Stärkung. Die landschaftlich reizvolle Strecke führt uns weiter vorbei am „Steinernen Kreuz“, an der Eschbachtalsperre bis zur Zielstation dieser Etappe nach Wermelskirchen. Mit müden Beinen und etwas geschafft kommen wir dort an der ev. Stadtkirche gegen 17.30 Uhr an.

 

Nun bleibt uns die Vorfreude auf den kommenden Sonntag mit der Zieletappe bis zum Altenbergen Dom, bei hoffentlich ebenso trockener und angenehmer Wetterlage wie bei dieser Tour.

 

 Astrid

Fastenpilgern 2014

6. Etappe (13.04.14)

 

Wermelskirchen - Alltenberg (16 km)

 

Die letzte Etappe

 

 

Einigen von uns ist es mittlerweile zur guten Gewohnheit geworden sonntags morgens früh aufzustehen und einen herrlichen Wandertag beim Fastenpilgern zu verbringen. Doch da alles ein Ende hat, erlebten wir nun die letzte und wahrscheinlich schönste Etappe der diesjährigen Fastentour.

 

Zum Start wurden wir von Hubert Röser mit einem Impuls auf den vor uns liegenden Weg eingestimmt. Dem Eifgenbachweg folgend gelangten wir von Wermelskirchen nach 17km zum Altenberger Dom. Das Wetter war zwar bedeckt, aber zum Wandern genau richtig. Immer am Eifgenbach entlang genossen wir den Blick auf saftig grüne Wälder und Wiesen.

 

Bei einer Gaststätte entschlossen wir uns spontan eine kurze Rast einzulegen. Im Außenbereich fanden alle 77 Pilger und zwei Hunde Platz. Es gab heiße Getränke und die mitgebrachten Brote schmeckten unter freiem Himmel bestens. Das Gaststättenpersonal war sehr flink und brachte schnell alle bestellten Getränke. Allerdings wollte ein eifriger Helfer wohl den Vorgang des Wassererhitzens abkürzen und griff kurzerhand auf bereits erwärmtes Wasser zurück, um damit den georderten Tee zu bereiten. Eine erste Kostprobe ließ uns unsere Mienen verziehen. Der Tee schmecke sehr salzig! Es stellte sich heraus, dass das bereits kochende Nudelwasser in die Teetassen gelangt war. Der anschließend neu servierte Tee schmeckte vorzüglich.

 

Hubert Röser versorgte uns erneut mit einem Impuls und so folgten wir weiter dem Bach.Anregende Gespräche ließen die Zeit wie im Flugvergehen und schon bald erschien die Spitze des Altenberger Doms zwischen den Bäumen. Vor dem Eingangstor zum Domgelände wurde ein letztes Fastenpilgerfoto gemacht. Zum Abschluss hielt Pfarrer Gerd Belker einen Gottesdienst in der Markuskapelle neben dem Dom. Das war ein „kuscheliger“ Gottesdienst, denn die 77 Pilger füllten jeden verfügbaren Sitz- und Stehplatz in der Kapelle aus. Schließlich wurden noch gesegnete Palmzweige verteilt bevor die große Verabschiedung begann.

 

Insgesamt hatten sichan allen Tagen zusammen rund 150 Gläubige unterschiedlicher Konfessionen auf den Weg gemacht. Ein besonderer Dank geht an Hubert und Dorle Röser von dem Sportverein DJK Altendorf 09, die Gemeinschaft des hl. Liudger und die St.-Jakobus-Bruderschaft Düsseldorf, welche die Fastenpilgertour vorbereitet haben.

 

Im nächsten Jahr wäre ich gern wieder beim Fastenpilgern dabei.

 

Birgit

 

 

Fastenpilgern 2014

 

Fastenpilgern mit der DJK Altendorf 09 

 

In der Fastenzeit neue Wege gehen.

 

 

Weitere Informationen unter:

 

http://www.altendorf09.de