Fastenpilgern auf dem Jakobsweg

 

von Essen-Altendorf zum Aachener Dom

 

  26.02.2012 - 01.04.2012

 

1. Etappe

Essen Altendorf - Essen Werden (23 km)

 

Die Idee zur "Wanderung während der Fastenzeit" wurde von der DJK Altendorf 09 ins Leben gerufen.

Der Start war am 26. Februar um 8:30 Uhr in der Kirche St. Clemens Maria Hofbauer mit mehr als 45 Teilnehmern. Herr Pastor Belker gab uns Gottes Segen und Impulse, die für Gesprächsstoff sorgten, mit auf den Weg. Nachdem alle Unterlagen und die Jakobsmuschel verteilt waren, führte uns der Jakobsweg über eine neu angelegte alte Bahntrasse durch den Kruppgürtel und weiter zum Univiertel. Der erste Halt fand dann am Essener Dom statt. Dort bekamen wir, die Pilger, einen weiteren Stempel in unseren Pilgerpass. Über Essen Steele, dem Stadtgarten, durch das Annental, an der Schillerwiese und der Kluse vorbei führte uns der Weg, ausgewiesen durch die Jakobsmuschel zur Ruhr. Von dort aus pilgerten wir am Essener Baldeneysee entlang, zum ersten Etappenziel, der Werdener Basilika. Ich war sehr beeindruckt davon, dass sich so Viele haben von der Idee  begeistern lassen, den Fastenpilgerweg bis nach Werden zu gehen. Persönlich habe ich interessante Menschen kennen gelernt und intensive Gespräche geführt, aber auch die Zeit genutzt, um abzuschalten und die Natur zu genießen. Ich freue mich schon auf die nächsten Etappen. Vielleicht sehen wir uns auf diesem Weg, machen Sie sich auf!!

 

Ein begeisteter Pilger des Jakobsweges



 

 

 

2. Etappe

Essen-Werden – Ratingen (25 km)



Am 04.03.2012 führte uns die zweite Etappe des Jakobsweges vom Kardinal-Hengsbach-Haus in Werden zur Jakobuskirche in Ratingen.

Zur Einstimmung fand ein Gottesdienst in der Kirche am Startpunkt statt. Herr Thomas Zander, Direktor des Kardinal-Hengsbach-Hauses, bemerkte anlässlich einer Schar von über 50 Pilgern:“An wenige Besucher bei sonntäglichen Gottesdiensten haben wir uns gewöhnt, dass aber die vorhandenen Stühle nicht reichen, ist sehr ungewöhnlich.“ Nach dem obligatorischen Gruppenfoto begab sich die große Gruppe bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auf den Weg.Es wurde miteinander geredet, aber auch (vor allem bei Steigungen) miteinander geschwiegen. Sowohl an einer Kapelle, wie auch an einer Straße bekamen wir Impulse von Herrn Pfarrer Belker und konnten derart gestärkt den Weg weiter bewältigen. Die Mittagsrast fand bei Sonnenschein in Kettwig an der Brücke statt. Der Genuss von Brot und Obst wurde sogar noch von der Musik eines Straßenmusikanten untermalt. Die ortskundige Führerin wies den Weg durch Wald und Feld bis zu einem Rastplatz am Fuße der letzten Erhebung dieser Etappe. Hin und wieder setzte sie die sehr effektive Trillerpfeife ein, um die große, auseinandergezogene Gruppe wieder zu vereinen. An der höchsten Erhebung angekommen, setzte der Regen ein. Bald kam aber unser Ziel, die Pfarrkirche St. Jakobus des Älteren in Ratingen-Homberg, in Sicht. Wir erfuhren, dass es sich dabei um das „Kleine Santiago des Bergischen Landes“ handelt. Dort gab es im Jakobussaal neben dringend benötigten Toiletten auch Getränke und Obst. Nach einer kurzen Einkehr in die Kirche, wo wir einen letzten Impuls von Herrn Pfarrer Belker bekamen und die Jakobusstatue besichtigen konnten, ging es weiter. Leider regnete es immer noch, so dass wir auf den letzten vier Kilometern weiter „berieselt“ wurden, bevor wir den Zug erreichten, der uns sicher zum Ausgangspunkt nach Werden brachte.

 

Ich freue mich dabei gewesen zu sein.

 

Eine ebenfalls begeisterte Pilgerin



 

3. Etappe

Ratingen – Neuss (21 km)

 


Die 3.Etappe führte uns am 11.03.2012 von Ratingen nach Neuss.

Gemeinsam haben wir uns wieder mit vielen Pilgern mit der S-Bahn zum Treffpunkt nach Ratingen aufgemacht. Unsere erste Station hatten wir in der Kirche St. Peter und Paul in Ratingen. Pastor Belker hat für alle Etappen einen Wegbegleiter mit Impulsen vorbereitet. Dankbar habe ich die Denkanstöße angenommen. Unser Weg führte uns über den schönen Aaper-Höhenweg nach Düsseldorf Grafenberg zu den Kirchen St. Suitbertus und St. Rochus. Von dort aus ging es durch die Düsseldorfer Altstadt zur letzten Station in die Klosterkirche der Dominikaner St. Andreas. Endziel dieser Etappe war Neuss

 

Denkanstöße:
Weggemeinschaft bilden – aufbrechen – den Rhythmus des Atems und der Schritte finden – Balance von Stille und Gespräch halten..



 Eine begeisterte Jakobsweg-Pilgerin





4. Etappe

Neuss – Grevenbroich (20 km)



An einem trüben, feuchtkühlen Samstagmorgen begannen wir unsere Pilgertour in der Quirinus-Kirche in Neuss, wo wir unser Jakobuslied anstimmten. Durch die Lage direkt am Markt waren viele Passanten unterwegs, wovon einige ahnungslos durch unser Bild liefen, als wir das obligatorische Gruppenfoto schießen wollten. Am Ende war dann doch noch ein gutes Foto im Kasten. Unsere ortskundige Führerin Barbara ging mit uns durch verschiedene Landschaften. Bald kamen wir durch eine mystisch anmutende „Moorlandschaft“, in der weite Teile mit grüngefärbtem Algenwasser bedeckt waren. Zwischen abgebrochenen Bäumen waren viele verschiedene Vögel zu beobachten. Ich war erstaunt, wie viele Misteln auf den Bäumen wuchsen. Schließlich machten wir Rast an der Cornelius-Kapelle in Neuss Selikum. Nachdem jeder eine Kerze entzündet hatte und die restlichen Strophen des Jakobusliedes gesungen waren, ging es weiter. Das Wetter hellte auf und unser Weg führte uns vorbei an Schloss Hülchrath zum Kloster Langwaden. Dort wartete eine herzhafte Gulaschsuppe auf uns. Derart gestärkt wanderten wir die restliche Etappe nach Grevenbroich leichten Fußes. Am Ziel trennte sich die Gruppe. Die meisten Pilger übernachteten vor Ort, um ihre Wanderung am nächsten Tag fortzusetzten. Einige Personen reisten wieder nach Hause.

 

Es war wieder ein sehr schöner Tag.

Eine begeisterte Pilgerin





 

 

 

 

5. Etappe

Grevenbroich - Kaster (22 km)

 

Am Sonntagmorgen treffen sich die wander- und pilgerwilligen in Grevenbroich am „Hotel Stadt Grevenbroich“. Gegen 9 Uhr –eingestimmt mit einem Gebet und Gedanken für den Tag - geht es los. Der Weg führt durch die Stadt in Richtung Elsen. Leider ist die Kirche St. Stephanus verschlossen; so lassen wir den äußeren Eindruck des Bauwerkes und ein paar Zeilen aus dem Pilgerführer auf uns wirken. Mit zügigen Schritten geht es weiter über Gustorf vorbei an dem Kraftwerk Frimmersdorf und den Bandanlagen des Tagebaus Gazweiler II. Im rheinischen Revier liegen Jakobsweg und Industrieanlagen, Geschichte und Neuzeit, Technik und Natur sehr nah beieinander. Bei trockenem und teilweise sonnigem (Ingrid-)Wetter pilgern wir entlang der Erft und kommen durch das Erfttor nach Alt-Kaster.

Die teilweise rege Unterhaltung unter den rd. 40 Pilgern läßt die Zeit schnell vergehen und gegen 13 Uhr sind wir schon am Ziel des Tages angekommen. Auch die Kirche St. Georg in Alt-Kaster ist leider verschlossen. So verabschieden wir uns nach einer Einkehr im Gasthaus mit einem Gebet und freuen uns auf die nächste Etappe.



6.Etappe

Altkaster - Jülich

Nach dem Pilgersegen in Alt Kaster in der Kirche St Georg durch Pfarrer Christian Hermanns machen wir uns wieder mir über vierzig Pilgern auf den Weg. Der Stadtkern Alt-Kasters mit seinen beiden Backsteintoren und den Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert ist dagegen gut erhalten und liebevoll restauriert. Er steht unter Denkmalschutz. Als „Perle an der Erft“ wird der Ort deshalb auch bezeichnet. Vor 50 Jahren wäre Alt-Kaster fast dem Braunkohletagebau zum Opfer gefallen. Das haben die Alt-Kasterer mit viel Engagement verhindert. Die kleine mittelalterliche Stadt ist heute ein Stadtteil von Bedburg.

Heute führt uns unser Weg über  Bedburg-Königshoven, einem Neubaugebiet, dass aufgrund von Umsiedlungen für den Tagebau Frimmersdorf seit 1976 angelegt wurde. Von Königshoven geht es entlang des alten Tagebaurandes durch den Weiler Hohenholz,  über Rodingen, Pattern, und Mersch nach Jülich. Wir laufen bei sonnigem Wetter mit sommerlichen Temperaturen entlang der riesigen Felder, der gerade Weg verläuft  zum größten Teil immer gerade aus. Es erinnert mich an einen Highway in Amerika. Das Ende am Horizont kommt einfach nicht näher.  Die Gespräche, aber auch das Schweigen und den eigenen Gedanken nachgehend lassen uns unser Etappenziel erreichen. Vom feldseitigen Eingang führt der Weg durch die Zitadelle in die Innenstadt Jülich zur Kirche St. Mairä Himmelfahrt.

 

Es ist die längste Etappe und der Spruch des Tages ist passend:

Steh auf und iss;

Denn der Weg, der vor dir liegt, ist weit.

1Kg 19,7

 



 

 

 

 

7.Etappe

Jülich - Kinzweiler (17 km)



In der kath. Propsteipfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt beginnen wir gemeinsam den Pilgertag mit einem Morgengebet und Gedanken von Antoine de Saint-Exupéry,


Wege zu gehen, die noch niemand ging, damit Spuren bleiben und nicht nur Staub.



Unser Weg führt zur Rur (ohne h!) und geht weiter über teilweise landwirtschaftlich rekultivierte Tagebaubereiche. Schemenhaft sind am trüben Horizont die Schaufelradbagger vom Tagebau Inden zu sehen. Auf dem historischen Pfad geht es dann bis Lürken; dort machen wir nach rund 9 Kilometern Rast. Mit forschem Schritt geht es weiter über Aldenhoven-Niedermerz bis nach Alsdorf-Warden. Wir besichtigen die schlichte aus dem Jahr 1932 stammende St. Jakobus Kirche sowie die Jakobus Kapelle, die bis Mitte der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts als Schule genutzt wurde. Das Ziel des Tages -Kinzweiler- erreichen wir teilweise etwas durchgefroren; es regnet zwar nicht, für kurze Zeit blickt sogar die Sonne zwischen den Wolken durch, aber der Wind weht zum Teil heftig und kühl über das flache Land. Den Abend lassen wir bei Schnitzelvariationen mit Pommes Frites, erfrischenden Kaltgetränken, angenehmen Unterhaltungen, launigen Erzählungen und in freudiger Erwartung auf die letzte Etappe nach Aachen ausklingen.


Wir sind gut drauf und sehr froh, dabei zu sein.

 


8. und letzte Etappe

Kinzweiler – Aachen(17 km)



Die letzte Etappe begann bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt. Das Startgruppenfoto wurde vor der St. Blasius Kirche in Kinzweiler geschossen. Von dort führte uns unser Wanderführer Peter entlang des Golfplatzes Haus Kambach Richtung St. Jöris bei Eschweiler. Von einer kleinen Anhöhe aus konnten wir einen ersten Blick auf Aachen werfen. Einige Zeit späterwies ein Schild darauf hin, dass es noch 4,5 Km bis zu unserem Ziel, dem Aachener Dom, wären. Unser Weg führte durch Felder und Grünanlagen teilweise an Bächen vorbei. Auf dem letzten Stück mussten viele Asphaltwege überwunden werden, was das Laufen anstrengend machte. Nachdem wir häufiger Brunnen und Skulpturen passierten, wurde klar, dass die Innenstadt nicht mehr weit sein konnte. Wir bewunderten die „Regenschirmdamen“, welche auch „Aachener Wetter“ genannt werden wegen der tatsächlichen oder gefühlten hohen Anzahl an Regentagen. Nach fünfstündiger Wanderung mit Pausen waren wir schließlich unserem Ziel sehr nahe. Das Rathaus wurde umrundet, um von der dahinter liegenden Freitreppe einen ersten Blick auf den Aachener Dom werfen zu können. Vor dem Dom blühten Magnolienbäume und mit blauem Himmel als Hintergrund wurden viele schöne Fotos gemacht. Im Innenraum sangen wir zwei Lieder. Später sammelten wir uns dort zur Palmsonntags-Vesper. Anschließend erhielten wir in der angrenzenden Nikolauskapelle noch den Pilgersegen. Damit endete endgültig unsere lange Fastenpilgertour auf dem Jakobsweg.

 

Ich freue mich sehr bei dieser Fastenpilgertour dabei gewesen zu sein.

eine begeisterte Pilgerin